Versandkosten senken: Volumengewicht und Leerraum vermeiden
Viele Unternehmen zahlen beim Versand nicht für ihr Produkt, sondern für die Luft um das Produkt herum. Paketdienste berechnen große, leichte Sendungen nach Volumengewicht, übergroße Pakete kosten Sperrgutzuschläge, und jeder Leerraum muss mit Füllmaterial aufgefüllt werden. Dieser Ratgeber zeigt, wo die Kosten entstehen und wie Sie sie mit der richtigen Kartongröße senken.
Was ist das Volumengewicht?
Das Volumengewicht (auch Volumetrisches Gewicht) setzt die Größe eines Pakets in ein fiktives Gewicht um. Die gängige Formel lautet:
Länge × Breite × Höhe in cm ÷ 5.000 = Volumengewicht in kg
Paketdienste vergleichen dieses Volumengewicht mit dem tatsächlichen Gewicht und berechnen den höheren Wert. UPS wendet das Volumengewicht nach eigenen Angaben bei allen inländischen und internationalen Services an und rundet auf das nächste volle Kilogramm auf. Bei DPD gilt die Formel für Express-Sendungen. Die genauen Bedingungen hängen von Dienstleister, Service und Ihrem Vertrag ab.
Rechenbeispiele: Standardkarton oder Karton nach Maß?
| Produkt | Standardkarton | Karton nach Maß | Volumen | Volumengewicht* |
|---|---|---|---|---|
| 40 × 30 × 20 cm | 60 × 40 × 40 cm | 42 × 32 × 22 cm | −69 % | 20 kg → 6 kg |
| 60 × 40 × 30 cm | 80 × 60 × 50 cm | 62 × 42 × 32 cm | −65 % | 48 kg → 17 kg |
| 112 × 33 × 20 cm | 130 × 40 × 30 cm | 115 × 35 × 22 cm | −43 % | 32 kg → 18 kg |
* L × B × H ÷ 5.000, aufgerundet auf volle Kilogramm. Beispielhafte Standardgrößen; Ihre tatsächlichen Kosten hängen von Tarif und Dienstleister ab.
Das dritte Beispiel zeigt einen weiteren Effekt: Der Standardkarton ist mit 130 cm länger als die bei DHL Paket national zulässigen 120 cm und würde als Sperrgut versendet. Der Karton nach Maß bleibt mit 115 cm im Standardformat.
Sperrgut: teuer schon ab wenigen Zentimetern
Bei DHL Paket national gilt ein Standardpaket bis 120 × 60 × 60 cm. Wer diese Maße überschreitet, zahlt einen Sperrgutzuschlag – im Privatkunden-Onlinetarif derzeit 28,99 € pro Paket (Stand: September 2026). Geschäftskundentarife weichen ab, der Mechanismus ist aber derselbe.
Gerade bei langen oder flachen Produkten entscheidet oft der Karton, nicht das Produkt, ob ein Zuschlag fällig wird. Ein Karton, der das Produkt eng umschließt, hält Sendungen häufiger im Standardformat.
Füllmaterial: doppelt bezahlt
Jeder Leerraum im Paket kostet zweimal: einmal über das größere Volumen und ein zweites Mal über das Füllmaterial, das den Leerraum ausfüllt. Hinzu kommt die Zeit am Packtisch. Laut einer Studie von Forbes Insights und DS Smith räumen 34 % der befragten Führungskräfte ein, dass ihre Verpackungen mindestens doppelt so groß sind wie die Produkte darin.
Ab 2030 kommt die EU-Verpackungsverordnung hinzu: Der Leerraum in E-Commerce-, Transport- und Umverpackungen darf dann höchstens 50 % betragen – Füllmaterial zählt als Leerraum. Details im Ratgeber Box on Demand.
Mehr Pakete pro Palette und Lkw
Kleinere Kartons wirken auch vor dem Paketdienst: Auf eine Palette, in einen Rollcontainer oder eine Wechselbrücke passen mehr Sendungen. Das senkt die Kosten für Transport und Lager und reduziert die Zahl der benötigten Fahrten.
So senken Sie Versandkosten dauerhaft
- Versanddaten auswerten: Welche Kartongrößen nutzen Sie, wie groß ist der Leerraum, wie oft fällt Volumengewicht oder Sperrgut an?
- Kartonsortiment prüfen: Mehr Standardgrößen helfen nur begrenzt – und kosten Lagerfläche.
- Kartons nach Maß produzieren: Mit einer ModBox-Kartonschneidemaschine entsteht für jede Sendung der passende Karton, 6 bis 12 Kartons pro Minute.
- Tarife neu verhandeln: Kleinere, leichtere Sendungen verbessern Ihre Position gegenüber dem Paketdienst.
Die Boxmatrix-Software berechnet zudem die Kosten jedes Kartons auf Basis Ihres Materialpreises – so sehen Sie die Ersparnis schwarz auf weiß.
Ihre Ersparnis berechnen lassen
Senden Sie uns eine Auswertung Ihrer typischen Sendungen – Produktmaße, heutige Kartongrößen, Versandmengen und Tarife. Wir zeigen Ihnen, wie sich Volumen, Füllmaterial und Versandkosten mit Kartons nach Maß verändern.
Häufige Fragen zu Versandkosten und Kartongröße
Wie berechne ich das Volumengewicht?
Länge × Breite × Höhe in Zentimetern geteilt durch 5.000 ergibt das Volumengewicht in Kilogramm. Der Paketdienst berechnet den höheren Wert aus tatsächlichem Gewicht und Volumengewicht.
Nutzen alle Paketdienste das Volumengewicht?
Nicht alle gleich. UPS wendet es nach eigenen Angaben bei allen Services an, DPD bei Express-Sendungen. Andere Dienstleister rechnen nach Größenklassen oder Gurtmaß. Maßgeblich ist Ihr jeweiliger Tarif.
Ab wann ist ein Paket bei DHL Sperrgut?
Bei DHL Paket national gilt ein Standardpaket bis 120 × 60 × 60 cm. Größere Pakete werden als Sperrgut mit Zuschlag versendet.
Wie viel kann ich mit Kartons nach Maß sparen?
Das hängt von Ihrem Sortiment ab. In unseren Beispielen sinkt das Kartonvolumen um 43 bis 69 %. Wir rechnen Ihre Ersparnis gern auf Basis Ihrer Versanddaten durch.
Reicht es nicht, mehr Standardgrößen einzukaufen?
Mehr Größen verringern den Leerraum nur schrittweise und brauchen zusätzlichen Lagerplatz. Mit Kartons nach Maß erhält jede Sendung den passenden Karton, bei wenigen Wellpappen-Qualitäten im Lager.
Welche Rolle spielt die EU-Verpackungsverordnung?
Ab 2030 darf der Leerraum in E-Commerce- und Transportverpackungen höchstens 50 % betragen, Füllmaterial zählt dabei als Leerraum. Kartons nach Maß erfüllen diese Vorgabe systematisch.
